Asylbewerber starb in Dessauer Polizeizelle – Prozess dauert bis März

Gedenkmarsch und Kerzen zum Todestag von Oury Jalloh Erste Zusammenfassung

© AP

(PR-inside.com 07.01.2008 15:05:51)
1345j.jpgDessau (AP) Drei Jahre nach dem Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh haben rund 150 Vertreter afrikanischer Flüchtlings- und Menschenrechtsinitiativen des Mannes aus Sierra Leone gedacht. Am Montagnachmittag zogen sie durch die Innenstadt. Vor dem Haupteingang des Polizeireviers, in dem der 23-Jährige nach seiner Festnahme am 7. Januar 2005 verbrannte, trafen sich bereits am Vormittag rund 30 Freunde des Mannes, Vertreter der Stadt und von Opferverbänden zu einem stillen Gedenken. Sie entzündeten Kerzen und legten einen Kranz nieder.

Erstmals nahmen auch Polizeibeamte an dem Gedenken teil. «Wir wollen damit ein Zeichen setzen», sagte der Dessauer Polizeipräsident Karl-Heinz Willberg. Man wolle das gemeinsame Bedauern über den tragischen Tod von Oury Jalloh zum Ausdruck bringen und den Angehörigen Mitgefühl zeigen, fügte Marco Steckel von der Dessauer Opferberatung hinzu.

Der Dessauer Oberbürgermeister Klemens Koschig sagte, dass der Vorfall sehr schmerzlich für die Stadt sei. «Doch wir haben sehr wachsame Bürger, was auch der heutige Tag zeigt.» Viele würden jetzt mit Ungeduld auf das Urteil in dem Fall warten.
Seit 27. März vergangenen Jahres müssen sich zwei Polizeibeamte vor dem Landgericht Dessau wegen des Todes des Asylbewerbers verantworten. Ihnen wird Körperverletzung mit Todesfolge und fahrlässige Tötung vorgeworfen. Jalloh starb in einer Zelle an einem Hitzeschock, nachdem dort ein Feuer ausgebrochen war. Der alkoholisierte und an Händen und Füßen gefesselte Mann soll seine Matratze mit einem Feuerzeug selbst angezündet haben. Er starb den Ermittlungen zufolge sechs Minuten nach Ausbruch des Feuers. Der Staatsanwaltschaft zufolge könnte er noch leben, wenn ihm gleich nach Ertönen des ersten Signals des Rauchmelders geholfen worden wäre. Das Gericht hat 49 Verhandlungstage anberaumt, das Urteil wird im März erwartet.

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