4.Prozesstag um den Tod Oury Jalloh in Dessau
ProzessbeobachterInnen 30.03.2007 21:30 Themen: Antifa Antirassismus
“Pass` auf, dass du nicht irgendwo in eine Spritze greifst!“
Der Prozess ist mittlerweile auf einen Zeitraum von zwanzig Tagen ausgeweitet.
Der fünfte Prozesstag im Fall Oury Jalloh beginnt zunächst mit einer 20minütigen Beratungspause. Es gilt zu entscheiden, ob der heute zu befragende Zeuge Udo S., Polizeibeamter des Reviers Dessau, eine partielle Belehrung zum Zeugnisverweigerungsrecht nach §55 StPO erhalten soll.
Die Ermittlungen gegen den Polizisten, der ebenfalls an der Leibesvisitation des Herrn Jalloh beteiligt war, wurden im Vorfeld des Prozesses eingestellt. Da er sich heute zur Sache einlassen soll, bestehe die Gefahr, dass er sich mit seinen Aussagen gegebenenfalls selbst belaste und eventuell das Verfahren gegen ihn wieder eröffnet werden könnte. So stellt RA Tamoschus den Antrag, den Zeugen zu belehren, dass er (mehr…)
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Internationale Beobachter des Oury-Jalloh-Prozesses haben der Dessauer Polizei Rassismus vorgeworfen. Nach dem vierten Prozesstag erklärten sie, das Gericht stehe vor der Wahl, den Rassismus der Polizei zu verurteilen oder zu unterstützen. Künftig müsse verhindert werden, dass Behörden Ausländer diskriminierten. Der Asylbewerber Oury Jalloh war vor zwei Jahren in einer Polizeizelle verbrannt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft könnte der Afrikaner noch leben, wenn die diensthabenden Beamten die Signale des Rauchmelders nicht ignoriert hätten. -Seit Dienstag müssen sich die beiden Polizisten vor dem Landgericht Desssau verantworten.
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zuletzt aktualisiert: 30. März 2007 | 19:08
Quelle: MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT
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Zum Inhalt dieser Ausgabe |
31.03.2007 / Inland / Seite 5
Rassismus in Dessau beklagt
Internationale Beobachter werfen Polizei »organisierte Verantwortungslosigkeit« vor. Dienstgruppenleiter ist Hauptangeklagter im Prozeß um den Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh
Von Birgitt Pötzsch, Dessau (AP)
Am Rande des Verfahrens um den Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Polizeizelle haben internationale Prozeßbeobachter der Dessauer Polizei am Freitag Gewalt, Rassismus und »organisierte Verantwortungslosigkeit« vorgeworfen. Das Gericht stehe vor der Wahl, den Rassismus der Polizei zu verurteilen oder ihn zu unterstützen, hieß es auf einer Pressekonferenz am Rande des vierten Prozeßtages vor dem Dessauer Landgericht.
Der 23jährige Oury Jalloh aus Sierra Leone war am 7. Januar 2005 in Dessau in einer Gewahrsamszelle der Polizei verbrannt. Der an Händen und Füßen gefesselte Mann soll laut Staatsanwaltschaft seine Matratze mit einem Feuerzeug selbst angezündet haben. (mehr…)
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Die Prozessbeobachtung berichtet taeglich auf einer
eigenen Seite. Sehr informativ! Unterstuetzt die laufenden Aktionen in Dessau und anderswo. Spendet! Kommt zum Cafe Oury – jeden Mittwoch im B5, St. Pauli.
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3. Prozesstag – 29. März 2007 // 9.00 – 16.15
„Ich konnte auch noch in die Zelle 5 hineinsehen. Das werde ich nie vergessen. Da war ein dunkelroter Fleck“
Der Brand in Zelle Fünf
Der heutige dritte Tag des Prozesses um den Feuertod von Oury Jalloh findet leider komplett ohne die beiden Nebenkläger statt. Beide, die Mutter und der Halbbruder des 21- jährigen Westafrikaners, sind während ihres Aufenthaltes in Dessau erkrankt.
Den Auftakt bildet die Befragung der Zeugin Anette F. Die 45jährige arbeitet seit 15 Jahren als Einlassdienst im Dessauer Polizeirevier und war am 07.01.2005 im Dienst. (mehr…)
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