Tod in der Zelle
von meredith-haaf
Vor zwei Jahren kam ein junger Afrikaner in einer Dessauer Haftzelle unter ungeklärten Umständen ums Leben. Am Dienstag beginnt der Prozess gegen zwei diensthabende Polizisten.
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Oury Jalloh aus Sierra Leone war 21 Jahre alt und sehr betrunken, als er in Dessau im Januar 2005 verhaftet wurde. Einige Frauen hatten die Polizei verständigt, weil Oury sie auf der Straße belästigt hatte. Vier Stunden später war er tot, verbrannt in der Haftzelle unter Polizeiaufsicht. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Dessau hat er sich selbst das Leben genommen, in dem er seine Matratze anzündete.
Seltsam daran ist einiges: Oury Jalloh war an Händen und Füßen gefesselt. Die Matratze auf der er lag war aus feuerfestem Material. Und der Polizist, der ihn nach der Verhaftung durchsuchte, behauptet nach wie vor, Oury habe kein Feuerzeug bei sich gehabt. (mehr…)
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Pressemitteilung vom 26.03.2007 | 12:15 |
Die Linke. im Bundestag
Prozessauftakt wegen Feuertod von Oury Jalloh in Polizeihaft
0509/2007
26.03.2007
Morgen beginnt der Prozess wegen des Feuertodes von Oury Jalloh in Polizeihaft. Der Asylbewerber aus Sierra-Leone war vor zwei Jahren in einer Arrestzelle der Dessauer Polizei verbrannt. Die diensthabenden Polizeibeamten hatten den Alarm der Rauchmelder abgestellt und die Wechselsprechanlage der Zelle leise geschaltet. Ungeklärt ist, wie Feuer in der Zelle ausbrechen konnte, obwohl Jalloh an Händen und Füssen gefesselt auf einer angeblich feuerfesten Matratze lag und bei einer vorangegangenen Leibesvisitation kein Feuerzeug gefunden wurde.
„Oury Jalloh könnte noch leben, wenn die Polizisten den Alarm des Rauchmelders nicht abgeschaltet und seine Hilferufe ignoriert hätten“, so die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Jelpke. „Nachdem das Dessauer Landgericht das Verfahren gegen die zuständigen Polizisten immer wieder verschleppt hat, müssen die Umstände von Oury Jallohs Tod jetzt endlich lückenlos aufgeklärt und die Verantwortlichen bestraft werden.“ DIE LINKE. werde den Prozess genau beobachten.
Jalloh ist nicht der einzige Asylbewerber, der durch Polizisten in Deutschland zu Tode gekommen ist. Andere erstickten gefesselt und geknebelt bei der Abschiebung oder weil ihnen die Polizei als mutmaßlichen Drogendealern Brechmittel einflößte. „Ermutigt wird ein solches Verhalten von Behörden und Polizisten durch eine Politik, die Migrantinnen und Migranten unter Generalverdacht stellt. Rassistische Sondergesetzte, die Nichtdeutsche als Menschen zweiter Klasse behandeln, müssen vom Tisch“, fordert Jelpke.
F.d.R. Christian Posselt
Deutscher Bundestag
Fraktion DIE LINKE.
Pressereferent
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11011 Berlin
Tel: 030 227 52803
Fax: 030 227 56801
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